Wir sind bereit: Jugend auch mal machen lassen!

Die offene Jugendarbeit verfolgt die Prinzipien der Freiwilligkeit, Niederschwelligkeit und Partizipation. Dies sind ideale Voraussetzungen, um jungen Menschen ohne übertriebene Bevormundung durch Autoritätspersonen eine eigene Entwicklung zum Erwachsenwerden zu ermöglichen. Die Fachkräfte in den Jugendzentren oder der mobilen Jugendarbeit sind dabei wichtige Ansprechpartner*innen und Bezugspersonen, die beraten und begleiten können.

Offene Jugendarbeit ist Ort zur Freizeitgestaltung und Beratung, aber auch Ort der außerschulischen Bildung. Bildung, die anders vermittelt wird als in der Schule und dennoch einen gleich hohen Stellenwert hat. Dieses Bildungsangebot allen Jugendlichen in Siegburg in ausreichendem Umfang und mit vielfältigen Angeboten zur Verfügung zu stellen, muss der Anspruch Siegburgs sein.

Siegburg braucht ein weiteres Jugendzentrum, vor allem für die Stadtteile Kaldauen, Stallberg, Seligenthal und die Höhenorte. Die Nähe zum eigenen Wohnort ist wichtig, um sich im eigenen Sozialraum aufhalten zu können und möglichst kurze Wege zu haben. Ergänzt werden kann die bestehende offene Jugendarbeit durch weitere Fachkräfte der mobilen Jugendarbeit. Hier geht es weniger um Spielmobile als darum, junge Menschen in ihrer besonderen Lebensphase zu unterstützen.

 

Jugendliche und politische Mitbestimmung

Die Möglichkeit der politischen Mitbestimmung einzuräumen, muss ein wesentlicher Bestandteil der Politik mit und für Jugendliche sein. Dass diese nicht ausschließlich in einer politischen Partei stattfinden kann und darf, versteht sich für uns von selbst.

Es ist nicht die Generation der Eltern und Großeltern und es sind die nicht Lehrer*innen und Betreuer*innen, die am besten wissen, welche Ziele und Wünsche junge Menschen in Siegburg haben – es sind die Jugendlichen selber! Hier muss Siegburg Räume schaffen, in denen die öffentliche Willensbildung Jugendlicher stattfinden kann. Diese Willensbildung muss zu konkreten Ergebnissen führen, die messbar und sichtbar sind.

Die Methoden dafür sind ebenso vielfältig wie die Welt der Jugendlichen selbst. Deshalb braucht es ein Konzept, das sich an den jeweiligen Anliegen orientiert. Das Modell von „Junge Stadt Köln“ bietet eben diese Möglichkeit, verschiedene Interessen individuell zu berücksichtigen. Ein solches Modell lässt sich auf Siegburg gut übertragen. Fachkräfte der Sozialarbeit nehmen dabei die Ideen und Vorschläge Jugendlicher auf, erörtern mit ihnen die mögliche Umsetzung und unterstützen sie auf dem Weg der Realisierung. Dafür braucht es eine grundsätzliche personelle und finanzielle Ausstattung. Vor allen Dingen braucht es aber die Akzeptanz, dass Entscheidungen von Jugendlichen oft anders ausfallen als die von Erwachsenen oder politischen Parteien.

 

Jugendliche auch mal machen lassen!

Siegburg hat mit dem selbstverwalteten Jugendzentrum positive und negative Erfahrungen gemacht. Das SJZ hat viele Jahre gut funktioniert. Dabei war die Existenz nie konfliktfrei. Klar ist: eigenständige Jugendarbeit muss sich an alle bestehenden ordnungspolitischen Regeln halten. Klar ist aber auch: Wenn wir wollen, dass aus Heranwachsenden mündige Bürger*innen werden, müssen wir Ihnen Freiräume geben. Deshalb werden wir neue Räume für das SJZ eröffnen, die die Stadt nicht einmal etwas kosten werden.
Dazu gehört einerseits, dass wir sie auf ihrem Weg mehr unterstützen und weniger bevormunden und andererseits ihnen die Möglichkeiten der selbstbestimmten Lebensgestaltung geben. Das kann in einem selbstverwalteten Jugendzentrum oder an ganz anderen Orten in Siegburg stattfinden. Das Prinzip ist dabei immer: Jugend auch mal machen lassen!

Der öffentliche Raum gehört auch jungen Menschen, die in unserer Stadt wohnen. Ihr Verhalten mag manchen Erwachsenen merkwürdig vorkommen oder sie sogar stören. Doch das Phänomen des Generationenkonflikts ist nicht neu. Neu muss der Umgang damit sein.
Nicht jeder Ruhestörung oder Verschmutzung durch das Verhalten Jugendlicher sollten wir rein ordnungspolitisch begegnen. Eine gute Kommunikation und gegenseitiges Verständnis führen zu einem nachhaltigen Miteinander der Generationen. Dafür wollen wir die Voraussetzungen schaffen und ein Konzept entwickeln, das generationenübergreifend und transparent entwickelt wird. Dieser Entwicklungsprozess wird bereits das Maß an Verständnis hervorbringen, das für die erfolgreiche Umsetzung notwendig ist.

 

Wir fordern:

  • Förderung der offenen Jugendarbeit
  • Ein weiteres Jugendzentrum
  • Neue Räume für das SJZ
  • Möglichkeiten für die politische Mitbestimmung von Jugendlichen
  • Mehr Freiräume für Jugendliche
  • Voraussetzungen für ein verständnisvolles Miteinander, um dem Generationenkonflikt zu begegnen
  • Städtische Hilfs- und Beratungsangebote zu Themen des Erwachsenwerdens, z.B. Steuern, eigene Wohnung, Ausbildung, Bewerbungen

 

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