Kultur ist …

„Kultur? Den Teil überspringe ich lieber!“

Halt! Kultur ist definitiv nicht der Bereich, wo man am ehesten sparen kann, nur weil er nicht überlebensnotwendig ist.
Siegburg nimmt in der Region einen bedeutenden Stellenwert in der Kulturlandschaft ein. Als Stadt mit besonderer Geschichte haben viele kulturelle Angebote hier ihren Ursprung und ihr Zuhause. So beispielsweise die Siegburger Literaturwochen, das Stadtfest, der Keramikmarkt oder der Mittelalterliche Markt.
Diese Angebote müssen erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden, denn erst durch das große Kulturangebot wird unsere Stadt zu dem, was sie ist!
Dazu gehört auch, Kultur allen Altersgruppen in allen Stadtteilen nahezubringen und nicht nur das Stadtzentrum zu nutzen. Denn Kultur muss dort sein, wo die Menschen leben und sie auf kurzen Wegen barrierefrei erreichbar ist.

 

Was heißt das jetzt konkret?

Mehr kulturelle Vielfalt! Kultur wird von den Menschen definiert, nicht von der Politik. Wir müssen offen für neue Ideen, neue Szenen und neue Kunstrichtungen sein und dafür Räume und Angebote schaffen. Zum einen müssen möglichst viele verschiedene Angebote vorhanden sein, damit sich die Siegburger*innen entfalten und vor allem junge Menschen ihre Identität finden können. Zum anderen müssen unterschiedliche Kulturen aus der ganzen Welt, die in unserer Stadt aufeinandertreffen, miteinbezogen werden. Nur so kann kulturelle Vielfalt gelebt und Diskriminierung bekämpft werden.

Wir brauchen mehr Veranstaltungen in Siegburg, bei denen sich die Menschen begegnen können, Neues entdecken und Spaß haben. Zugleich müssen einige bestehende Angebote dringend verbessert werden. Dazu haben wir viele Ideen, die wir am liebsten sofort angehen würden:

  • Ein Bierbraufest, auf dem Hobbybrauer*innen aus der gesamten Region aufeinandertreffen – und die Siegburger*innen dürfen probieren!
  • Ein zusätzlicher, „herkömmlicher“ Weihnachtsmarkt, der für einen Teil des Dezembers den Mittelalterlichen Markt ergänzt
  • Filmvorführungen auf großer Leinwand im Siegburger Freibad – perfekter Sommerabend!
  • Hauskonzerte, bei denen Privatleute ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen
  • Stadtweite Themenwettbewerbe, die die Kreativität herausfordern
  • Proberäume für Künstler*innen, die z.B. Firmen bereitstellen können und dafür einen Ausgleich erhalten
  • Mehr legale Graffitiwände, um tatsächlich Vandalismus vorbeugen zu können und ausreichend Platz für die Sprayer*innen zu schaffen
  • Ein Zentrum für Kunst aller Art: Hier sollen langfristig Proberäume, Ateliers und weitere Räume entstehen, die von allen genutzt werden können. Dafür bietet sich z.B. der Neuenhof an.
  • Mehr Lesungen in der Stadtbibliothek: Hier können wir Siegburger Autor*innen eine Bühne bieten und auch die Zusammenarbeit mit Verlagen ist möglich.

Hinzu kommt die derzeitige Ehrenamtskarte, mit der engagierte Mitbürger*innen Vergünstigungen bei verschiedenen Einrichtungen erhalten können. Die Voraussetzungen zum Erhalt der Karte müssen gelockert und die Angebote ausgeweitet werden – sonst verfehlen wir das Ziel, Ehrenämter durch die Karte attraktiver zu machen.
Außerdem fordern wir die Verwaltung auf, endlich dem Programm „Kulturrucksack NRW“ beizutreten, um Zuschüsse vom Land für Kinder- und Jugendkulturangebote zu bekommen. Die Angebote ermöglichen Einblicke in verschiedenste Bereiche von Kunst bis Naturwissenschaft und ermuntern zum Ausprobieren und Mitmachen.

Natürlich soll auch die Digitalisierung bei der kulturellen Stadtentwicklung nicht außer Acht gelassen werden. Das sogenannte „Geocaching“, bei dem man anhand von GPS-Daten die Stadt erkundet, ist eine weltweit vernetzte Schatzsuche und ein gutes Beispiel für eine Kombination aus Digitalem und realer Welterfahrung. In diesem Bereich gibt es in Siegburg durchaus Luft nach oben.

 

Soll Kultur einfach nur kommerziell sein?

Nein!
Eine Stadt kann Kultur nicht einfach laufen lassen nach dem Motto „Der Markt regelt das schon“. Kultur ist eine kommunale Aufgabe, das heißt sie muss sich nicht immer kommerziell lohnen, sondern für die Bürger*innen da sein. Wir sehen diese Aufgabe und fordern eine aktive Gestaltung der hiesigen Kultur vonseiten der Stadt. Wir sind davon überzeugt, dass es nicht immer um den finanziellen Erfolg gehen darf, sondern Kulturarbeit vor allem dann erfolgreich ist, wenn sie die Menschen anregt und bewegt.

 

Kultur ist Bildung!

Weil Bildung allen möglichst gleiche Voraussetzungen für das Leben sichern sollte, fordern wir kostenlose Kulturangebote für Kinder und Jugendliche in Siegburg. Dazu gehört das Programm „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ an Siegburger Grundschulen und ein Fonds für Musikunterricht, der Eltern geringerer Einkommensklassen unterstützt.
Der Kunst- und Kulturbereich ermöglicht jungen Menschen einen ganz anderen Blick auf die Welt und lehrt Dinge, die man in der Schule nicht lernen kann. Durch möglichst vielfältige Angebote fördern wir Offenheit und Selbstbewusstsein bei unseren Kindern und Jugendlichen und können sie irgendwann sicher ins Erwachsenenleben starten lassen.

 

Wir fordern:

  • Prüfung und Umsetzung der oben aufgelisteten Ideen
  • Kultur in die Stadtteile bringen und barrierefrei erreichbar machen
  • Ehrenamtskarte verbessern: Angebote ausweiten und Voraussetzungen lockern
  • Beitritt zum Programm „Kulturrucksack NRW“
  • Verbindung von Kultur und Digitalisierung
  • Kultur nicht ausschließlich kommerziell gestalten
  • Kostenlose Kulturangebote für Kinder und Jugendliche, auch an Schulen
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